auf dem land
räume aus stroh

 

 

Auf einer Wiese, wo sonst nur Pferde weiden, in unmittelbare Nähe zu einem befreundeten Bauernhof, haben die im forum junger architekten bremen organisierte Planer eine Raumskulptur aus Stroh geschaffen.
Zur Vorbereitung dieses Vorhabens mussten unter Berücksichtigung der angestrebten Dimensionen etwa 300 Strohballen bei großer Hitze in einem schweißtreibenden Arbeitseinsatz gepresst und zwischengelagert werden. Neben der Beschaffung des Baustoffes und dem Transport mit Traktoren stellte der Umgang mit aufkommendem Wind und Regen zeitweise eine große Herausforderung dar.

Das zur Verfügung stehende Terrain bot mit seiner leicht geschwungenen Oberfläche und seinen Landmarken einen passenden Rahmen für den geplanten Raumkörper. Nach intensiver Diskussion innerhalb der Gruppe und dem Einfluss verschiedener Landschaftsaspekte erfuhr das Werk während des Bauprozesses immer wieder Veränderungen und Abweichungen zum anfänglichen Konzept. Eine Arbeitsweise, die im Gegensatz zum üblichen Charakter im Baugeschehen eine direkte und schnelle Umsetzung von Ideen während der Entstehungsphase erlaubt.
Entstanden ist eine vierkantige liegende Röhre. Eine Art Trichter, in dessen Inneren eine Treppe zu einer schmalen Öffnung am Ende des Baukörpers hinaufführt und
eine Blickachse freigibt. Markiert wird diese Blickachse durch die Ausrichtung des Körpers auf eine alte, leicht erhöht stehende Bank in größerer Entfernung und einen Telegraphenmasten.

Aus der Ferne nimmt man nur einen schwer anmutenden Kubus aus Stroh mit dunkler Öffnung wahr. Ein Objekt in der Landschaft. Neugierde entsteht und man erkennt beim Annähern eine Sogwirkung ins Innere, tritt ein und erlebt beim Emporgehen der Treppe, vierseitig umschlossen von Stroh, eine veränderte Wahrnehmung der Landschaft. Eine Konzentration auf Punkte und Ausschnitte der Umgebung entsteht. Es duftet angenehm. Man erkennt, dass das Stroh fast jeden Schall verschluckt, so dass es fast unwirklich still ist.